Tapfer habe ich mich dem Vorwort widersetzt und das Buch begonnen, obwohl ich (soweit ich weiß) keine Besondere bin. Es hat mir aber (wahrscheinlich) nicht geschadet, im Gegenteil, das Buch regt zum Nachdenken an, alle Geschichten haben eine Moral.

 

Riggs Kreativität und Erzählweise lässt auch in diesem Band nichts zu wünschen übrig. Seine Einfälle sind überraschend und verblüffend und wissen wieder einmal bestens zu fesseln und zu unterhalten. Die Geschichten dieses Bandes ergänzen die Trilogie um die besonderen Kinder perfekt. Es ist keine Fortsetzung der Handlung um Emma und ihre Freunde, es ist eine Ergänzung. In 10 Kurzgeschichten erfährt man mehr über die Legenden der Besonderen. Wie es zur Entstehung der Zeitschleifen kam und die ersten Ymbrynen entstanden sind zum Beispiel.

 

Besonders gut gefallen haben mir die Geschichte der Kannibalen: Ein ganz normales Dorf gerät aus Habsucht in die Abhängigkeit uns stürzt sich ins Unglück. Herrlich zu lesen, wie der Autor der Gesellschaft den Spiegel vorhält! Immer mehr und immer bessere Dinge zu besitzen wie der Nachbar, ist ja bei vielen Menschen schon gang und gäbe. Ich fand aber auch den Einfall von Riggs so toll mit den Gliedmaßen und habe mir das teilweise bildlich vorgestellt.  Und die Geschichte mit der Heuschrecke, in der ein Vater erkennt, dass er seinen Sohn lieben kann, egal wie dieser ist. Auch die Story mit der Insel hat mich tief beeindruckt.

 

Fazit: Ein Buch, das man immer wieder zur Hand nehmen kann und das eine Zierde für jedes Bücherregal ist.