Was ist nur mit den Kindern los?

 

164 vermisste Personen, 1 schwer verletzte Frau und eine Story, die nicht glaubhaft wirkt. Aus diesen Zutaten mixt Wulf Dorn einen Cocktail, der es in sich hat.

 

Dabei beginnt alles relativ harmlos. Patrick ist auf der Suche nach seiner Ex-Frau Susann. Auf einer einsamen Landstraße macht er eine grausige Entdeckung. Laura, seine Schwägerin, hatte einen Autounfall und muss ins Krankenhaus. Da die Umstände mysteriös sind, wird sie von einem Psychologen befragt. Was Laura Robert Winter zu erzählen hat, hält er aber für reine Wahnvorstellungen. Denn je mehr sie erzählt, umso unglaubwürdiger wird ihre Geschichte.

 

Ich bin immer noch atemlos! Dorn hat es wieder geschafft, mich von der ersten bis zur letzten Zeile zu fesseln. Ganz geschickt macht er das. Wirft Köder für Köder aus und zieht immer im richtigen Moment die Reißleine. Denkt der Leser, jetzt kommt endlich der Kern der Geschichte, wird die Erzählung ganz subtil unterbrochen. Und der Leser reißt Seite für Seite runter, damit er zuletzt doch noch erfährt, was denn nun hinter dem Ganzen steckt. Und das ist nicht Ohne! Andeutungen gibt es das ganze Buch über. Und ich habe ständig überlegt, wie Dorn das denn nun auflösen will. Eigentlich sollte demnach nicht (nur) Thriller auf dem Cover stehen, denn das führt ein wenig in die Irre.

 

Die letzten Seiten habe ich Nägel kauend gelesen, und vor allem eine Szene am Schluss mit Robert Winter, hat mir Gänsehaut verursacht.

 

Fazit: spannend geschrieben, wenn es sich auch teilweise ein klein wenig zieht, aber nicht allein das was auf dem Cover steht.