Lia und Rafe wurden ins Königreich Venda verschleppt und sollen getötet werden. Doch beide können dem Komizar noch nützlich sein, und so schreckt dieser erst einmal vor einer Hinrichtung zurück. Lia und Rafe schmieden Fluchtpläne, aber wie soll man aus einer solchen Festung entkommen? Schon bald gewinnt Lia jedoch die Sympathien der Bewohner – und soll sogar Königin werden. Aber nicht alle sind ihr wohl gesonnen…

 

Der zweite Band der Chroniken der Verbliebenen steht dem ersten in nichts nach. Anfangs brauchte ich ein, zwei Takte bis ich in der Handlung drin war, aber bald hatte sie mich wieder gefangen. Lia ist einfach ein toller Charakter und auch die Gefangenschaft kann ihr nichts anhaben. Ihr Herz schlägt für Rafe – aber auch Kaden rechnet sich noch Chancen aus. Eine klassische Dreiecksgeschichte, aus der dann sogar noch ein weiterer Verehrer erwächst. Kaum vorstellbar, wer Lia letztendlich bekommen wird.

 

Pearsons Story ist mitreißend. Sie zieht einen in den Bann, woran ihre Schreibweise, aber auch die Gestaltung ihrer Charaktere, Schuld haben. Sie entwickelt eine Welt, in der Gut nicht nur Gut, Böse aber auch nicht nur Böse ist. Ihre Figuren leben in den Köpfen der Leser und lassen diesen nägelkauend hoffen, dass Lia die Flucht gelingt.

 

 

Das Ende wartet mit einem Cliffhanger auf und ich hoffe, dass die Autorin schnell einen weiteren Band zu Papier bringt. 


Prinzessin Annabelle, oder Lia, wie sie sich selber gerne nennt, soll verheiratet werden. Den zukünftigen Gemahl hat sie jedoch noch nie gesehen. Da sie Zwänge hasst und sich den Künftigen als alten Mann vorstellt, flieht sie zusammen mit einer Zofe. In einem kleinen Dorf finden die beiden Anstellung als Kellnerinnen und sind zufrieden mit ihrem einfachen Leben. Doch dann tauchen eines Tages zwei Männer auf. Beide umgibt ein Geheimnis und zu beiden fühlt sich Lia hingezogen. Doch nur einer ist der Gute…

 

 

 

Eigentlich ein einfaches Strickmuster: Zwei Männer, eine Frau. Einer gut, einer böse und die Frau muss sich entscheiden. Doch ganz so einfach bleibt es bei Mary E. Pearson dann doch nicht. Lia ist ein starker Charakter. Sie steht ihre Frau, egal was passiert. Sei es als Kellnerin, auf der Flucht oder im Kampf. Sie ist mir sofort ans Herz gewachsen und ich konnte es immer nicht erwarten, mehr von ihr zu lesen. Die beiden Männer fand ich – was sicher gewollt war – undurchsichtig. Aber gerade das machte einen großen Teil des Reizes der Story aus. Sogar der Leser wusste nicht genau, welcher der Beiden jetzt wer ist.

 

 

 

Die Kapitel sind aus unterschiedlicher Sicht erzählt. Meistens aus Sicht von Lia. Aber auch Rafe und Kaden kommen zu Wort. Es war manchmal etwas schwierig zu unterscheiden, wer jetzt gerade dran ist, denn die Erzählung ist jeweils in der 1. Person. Für mich enthielt das Buch zwei Teile: Lias Flucht und die Zeit in der Taverne und Lias Entführung. Ich hing stets wie festgesaugt an den Wörtern und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

 

 

 

Im Mai erscheint die Fortsetzung „Das Herz des Verräters“ Insgesamt soll die „Chronik der Verbliebenen“ 4 Bände umfassen. Ich weiß jetzt schon, dass ich jedem Einzelnen entgegen fiebern werde.