Eine Ära geht zu Ende

 

Mit dem neuen und finalen Band der Clifton-Saga schließt Archer seine Familiensaga nun ab. Wie immer ist das Buch voller Intrigen, Verwicklungen und kleinen Ausflügen in die Welt der Politik. Gerade letztere haben mich allerdings etwas gelangweilt. Alles lief zu glatt, nur die Tatsache, dass sich zwei Geschwister bei einer wichtigen Debatte gegenüber standen, hat mich begeistert.

 

Archer kann schreiben, unbenommen. Seine Charaktere sind voller Leben. Und auch wenn sie alle reich oder adelig sind, kann man sich doch gut mit ihnen identifizieren.

Im letzten Band werden endlich einige der Rätsel der letzten Bücher aufgeklärt, Menschen werden geboren und sterben. Aber am Ende ist der Leser zufrieden. Alle Fäden wurden verknüpft, lose Bande aufgeklärt und durch die Rede von Giles noch einmal eine kleine Zusammenfassung gegeben.

 

Das Ende war schnell. In einem Fall fast zu schnell!

 

Durch die Verknüpfung der beiden Familien ist es gut, dass es im Buch noch einen Stammbaum gibt. Allzu schnell verliert man sonst die Übersicht, wenn man die Bücher (gierig wie ich) gleich nach Erscheinen liest und nicht wartet, bis man alle nacheinander verschlingen kann.

 

Fazit: Ein Ende mit dem ich gerechnet habe, das mich allerdings auch etwas traurig gemacht hat. Seit vielen Jahren verfolge ich nun die Abenteuer der Cliftons und Barringtons und muss mich nun verabschieden. 

 

 

 


Weiter geht es im Leben der Barringtons und Cliftons. Der nunmehr 6. Band enthält die Jahre 1970 – 1978. Der Prozess zwischen Virgina und Emma, der Cliffhanger des letzten Buches, wird abgehalten. Hier hatte ich zugegebenermaßen ein wenig Probleme, weil es doch ein paar Tage her ist, dass ich davon gelesen habe. Aber der Grund wird noch einmal kurz erklärt, so dass man gleich wieder angekommen ist.

 

Überhaupt: ankommen! Mir sind die Familien mittlerweile sehr ans Herz gewachsen und jedes Buch ist wie nach Hause kommen. Man lebt mit den Charakteren mit, bangt mit ihnen und hofft. Wobei man weiß, dass alles gut ausgeht für sie. Denn den großen Schritt, ein Rückschlag für die Familien, traut sich Archer nicht zu. Was eigentlich auch gut ist, dennoch mit der Zeit das Bangen ein wenig zurückschraubt.

 

In altbekannter Weise erzählt der Autor wieder aus verschiedenen Perspektiven, die sich teilweise überschneiden, aber nicht mehr so stark wie in Band 1, in dem man das Gefühl hatte, ein und dieselbe Geschichte mehrfach zu lesen. Ein kleiner Kritikpunkt besteht für mich dennoch: anfangs überwiegt die politische Lage der Charaktere und ich hatte Schwierigkeiten, dem zu folgen. Die reine Familiengeschichte mit all ihren Intrigen und Ränken, aber auch Liebeleien, liest sich doch viel besser und flüssiger.

 

Der finale und letzte Band wird zum Glück noch in diesem Jahr erscheinen. Ich bin gespannt, ob die EINE Frage noch geklärt wird. Leider verrät der Klappentext schon ein wenig zu viel.

 

 

 

 

 

Auch der 5. Teil der Barrington-Saga konnte mich wieder fesseln. Wenngleich nicht mehr ganz so wie die ersten 3 Bände. Archers Erzählstil ist flüssig und anschaulich, aber er wiederholt sich ein wenig. Ständig sind Wahlen und Ausschusssitzungen,  irgendwer sägt immer an irgendjemandes Stuhl, auch die Szene mit Samantha kam mir bekannt vor. Allerdings wird die von Archer noch weiter ausgebaut und konnte mich in der Art dann doch wieder begeistern.

 

 

 

Nach dem Cliffhanger in Band 4 geht die Handlung nahtlos weiter. Im Prolog wird das letzte Kapitel des Vorgängerbuches noch einmal aufgegriffen.

 

Harry und Emma entgehen nur knapp dem Bombenattentat, wobei die Schilderung mir hier etwas unrealistisch schien.

 

Die beiden arbeiten weiterhin an ihren jeweiligen Karrieren, Sebastian, ihr Sohn, ist mittlerweile erwachsen und durch Intrigen seinen Job in der Bank los. Doch er wäre kein Barrington, wenn er sich nicht wieder auf die Beine kämpfen würde.

 

 

 

Spannung erlangt das Buch durch den Einsatz von Harry für den russischen Autoren Babakow, der in einem Straflager versauert, weil er ein Buch über Stalin geschrieben hat und das in Russland nicht gern gesehen ist. Harry reist sogar nach Russland und gerät dort in Gefangenschaft, um dem Autor zu helfen und das letzte Exemplar das noch nicht vernichtet wurde zu ergattern. Hier bekommt man einen kleinen Einblick in die russische Politik zur Zeit Chruschtschows.

 

 

 

Das Ende – obwohl Cliffhanger  von dem Autor gewohnt und schon erwartet – nehme ich ihm dennoch sehr übel. Die Geschichte hat gar keinen richtigen Abschluss, endet mitten in einer Gerichtsverhandlung. Hier noch ein paar Seiten mehr hätten dem Leser gut gefallen.

 

 

 

Fazit: alles in allem bin ich etwas zwiegespalten. Keine Frage: der Autor kann schreiben! Und ich liebe seine Art und seine Charaktere, die alles in allem sehr integer sind. Aber seine Art, sich häufig zu wiederholen und der wirklich fiese Cliffhanger am Ende ist für mich Grund für ein Sternchen Abzug.